Also was da am vergangenen Samstag in Hannovers City los war hat sich die Landesregierung um Herrn Wulff sicherlich anders vorgestellt. Könnte ich mir zumindest denken. Mit einem solch drastischen Widerstand hat sicherlich niemand gerechnet. Es stand einige Tage vorher in der Zeitung, daß ca. 2000-3000 Leute erwartet werden, geworden sind es dann am Ende zwischen 8000-10000.
Ich kann mir auch nicht erklären was Herrn Wulff, welcher mir bis dato eigentlich immer symphatisch war, dabei “gerittet” hat einen solchen Plan auszuhecken. Zeitgleich mit den Berichten über das Turbo-Abi und das “aussterben” der IGS erscheinen imer wieder Berichte über den unglaublichen Zulauf an diesen Schulen. Die Leute versuchen ja nun nicht von ungefähr einen Platz an einer solchen Schule für ihr Kind zu bekommen. Nach unseren Erfahrungen nach fast einem Jahr an der IGS-Roderbruch, gibt es für ein Kind nichts besseres als einen Platz an einer solchen Schule. Abgesehen von all den offensichtlichen Vorteilen, habe ich bislang noch nicht feststellen können das so viel Unterricht ausfällt. Genau dies ist ja der Grund von Scharz-Gelb zu sagen sie wollen den Unterrichtsausfall reduzieren und auch in der Grundschule jedem Kind mind. 5 Unterrichtsstunden zusichern. Dabei bleibt die Frage nach 5 Stunden in der Grundschule bzw. den ersten beiden Jahren unbeantwortet. Der Unterrichtsausfall auf der vorherigen “normalen” Grundschule war deutlich höher. Wenn denn der Unterricht ausgefallen ist, war das Ausweichangebot an einer “normale” Grundschule deutlisch schlechter oder nicht erst vorhanden.
Allein der Umgang mit den Schülern/Kindern an der IGS ist deutlich mehr an die Altersgruppe angepasst. Dies ist besonders wichtig wenn man solch schlechten Erfahrung auf der ersten Schule gemacht hat, um dem Kind überhaupt erst den Spaß an der Schule wieder zu vermitteln. Gelingt dies nicht, ist dies nicht der Fehler oder das Versäumniss der IGS sondern das der vorherigen Schule, welche dem Kind jegliche Lust an der Schule genommen hat. Es also als schlecht für die IGS auszulegen trifft nicht zu.
All die anderen Umstände wie Wahlbereiche, deutlich bessere Räumlichkeiten oder Gestaltungsmöglichkeiten des Unterrichts tragen natürlich auch zur Zufriedenheit der Kinder bei und somit auch zur Leistung jedes einzelnen. Die Bestätigung und das Lob bleibt leider auf “normalen” (Grund)schulen auf der Strecke. Man sollte nicht das abschaffen was den größten Anklang bei der Bevölkerung findet, sondern vielmehr einfach mal schauen was kann eine heutige “normale” Schule von der IGS lernen. Was kann man anders oder gar besser machen. Der Hauptgesichtspunkt der Integration und des “Gemeinsamen” ist ein großer, wenn nicht DER Bestandteil, der IGS. Ist es nicht ganau das was später von jedem in großen Unternehmen verlangt wird? Global-Player suchen natürlich gut ausgebildete Leute aber die können auch von einer IGS kommen (was sie ja auch tun), bringen dann aber in den meisten Fällen eine ganz anders ausgeprägte soziale Kompentenz mit. Die Teamfähigkeit, networking und collaboration steht mehr im Vordergrund als die Frage:” Hast Du das Abi in 12 oder 13 Jahren gemacht.” Entscheidener ist was hast Du in der Zeit gelernt und wie kannst Du es heute anwenden. Es gibt auch Leute die gehen noch einen Schritt weiter und sagen, dass es einer Schulreform bedarf wo ganz anders unterrichtet wird und auch ganz andere Inhalte vermittelt werden. Man könnte und sollte also, egal ob in 12 oder 13 Jahren, ganz anders unterrichten.
Die ganze Diskussion um die Einführung des Turbo-Abis hat auf jeden Fall für die politsche Seite und die Seite der Kinder/Schüler nur Nachteile.
Das Schild eines Vaters während der Demo am letzten Samstag spiegelt das denke ich gut wieder:“Ich wähle nicht nur die Schule meiner Kinder!”.
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